Sondersammelgebiet Ost- und Südostasien

Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Das Sondersammelgebiet Ost- und Südostasien im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Systems der Literaturversorgung wird in der Staatsbibliothek durch die Ostasienabteilung (Ost- und Zentralasien) und die Orientabteilung (Südostasien) betreut.

Ausgehend von der ostasiatischen Sammlung der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek, deren älteste chinesische Erwerbungen auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückgehen, wurde seit 1951 mit der großzügigen Unterstützung der DFG bis heute eine der umfangreichsten Ostasiensammlungen Europas aufgebaut. Leider ist ein erheblicher Teil der historischen Sammlung, mehr als 50.000 Bände und Hefte, die während des Zweiten Weltkriegs ausgelagert wurden, nicht nach Berlin zurückgekehrt. Ein erheblicher Teil gilt als verloren, aber ca. 20.000 Bände und Hefte befinden sich heute in der Biblioteka Jagiellonska in Krakau, Polen.

Die bibliothekarische Sammeltätigkeit erstreckt sich auf alle Länder Ost- und Südostasiens und ihre Publikationen. Hierzu gehören in Ost- und Zentralasien: Volksrepublik China (einschließlich Mandschurei, Innere Mongolei, Tibet, Hongkong, Macao), Republik China (Taiwan), Mongolei, Japan, Nordkorea und Südkorea und in Südostasien: Brunei, Myanmar, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Ost-Timor, Papua-Neuguinea, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam.

Fachliche Zuständigkeit besteht in erster Linie für die Geistes- und Sozialwissenschaften; in den Bereichen Technik, Medizin, Wirtschaftswissenschaften und Landbauwissenschaft, für die die jeweiligen Zentralbibliotheken (Technische Informationsbibliothek Hannover, Medizinische Zentralbibliothek Köln, Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Kiel) zuständig sind, sowie in den reinen Naturwissenschaften werden nur Bibliographien und Darstellungen ihrer regional bezogenen Geschichte gesammelt. Bei spezifischen, eigenständigen kulurellen und wissenschaftlichen Entwicklungen in den Regionen (z. B. Akupunktur) wird allerdings die relevante Literatur auch für die ausgenommenen Fachgebiete gesammelt. Ergänzend wird im Bereich der Wirtschafts- und der Landbauwissenschaften monographische Literatur in ostasiatischen Sprachen erworben, soweit ein Zusammenhang mit den Sozialwissenschaften besteht.

Der Schwerpunkt der heutigen Sammlung liegt auf dem modernen Schriftgut; sie enthält jedoch auch umfangreiche Rara-Bestände aus China und Japan (Handschriften und Blockdrucke). Sie umfasst ca. 650.000 Bände originalsprachiger Literatur (jährlicher Zuwachs ca. 20.000 Bände) und umfangreiche Bestände in westlichen Sprachen, ferner ca. 4.000 laufend gehaltene ostasiatische Zeitschriften.